Klimaanlage als Heizung

Wenn man in Deutschland an eine Heizungsanlage denkt, dann kommt einen wohl in erster Linie eine Gas- oder Ölheizung als Wärmeerzeuger in den Sinn. Diese schickt die Wärme dann an Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. Im Neubau wird vielleicht sogar noch mit Betonkerntemperierung oder einer Zentrallüftungsanlage zum Heizen gearbeitet.

Es gibt aber neben den immer aufwendiger werdenden Heizungslösungen noch eine, die man eher nicht auf dem Schirm hat, obwohl Sie komfortabel, effizient und relativ preiswert ist: Die Klimaanlage

Das Prinzip

Das Prinzip der Klimaanlage, bzw. das Herzstück, der Kältekreis, ist hier sehr gut erklärt:

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Durch das Kältemittel, das ein besonders guten Austausch von Wärmeenergie ermöglicht, wird zwischen dem Innen- und Außengerät Wärmeenergie verschoben. Das funktioniert in der Regel bei Temperaturen zwischen +43 und -20°C. Da der Kältekreis reversibel ist, also umkehrbar, können nahezu alle Klimaanlagen auch zum Heizen genutzt werden. Und nicht nur das: Da durch die Komponenten wie Lüfter, Verdichter und Elektronik zusätzliche Abwärme entsteht, ist die Heizleistung in aller Regel sogar höher als die Kühlleistung.

Über die Innengeräte, meistens Wandgeräte, wird die Wärme über den Lüfter im Raum verteilt. Durch die Filter erfolgt zusätzlich eine Filterung der Luft, womit eine Verbesserung der Luftqualität einhergeht.

Was hier eher ein exotischer Ansatz ist, ist in vielen Ländern der Welt das Haupt-Heiz-Medium.

Die Vorteile

  • Recht einfaches Nachrüsten durch schmale Rohre

  • Effiziente Lösung mit hohem Wirkungsgrad

  • Keine Fossilen Brennstoffe

  • Schnelles Aufheizen durch aktive Luftverteilung

  • Integrierte Smart-Home-Funktionen bei den meisten Geräten

  • Förderfähig

  • Kann im Sommer auch kühlen

Anwendungsszenarien

Klimaanlagen können über ein Außengerät im Privatbereich bis zu fünf Räume mit Wärme versorgen und erreichen dabei Leistungen bis ca. 12 kW. Das entspricht bei den meisten Hersteller der größten Bauform der Luft-Wasser-Wärmepumpe und ist je nach Gebäudeart bis zu 200m² geeignet.
Einziger Nachteil: Es können nur 1-5 Räume über ein Außengerät abgedeckt werden.

Multisplit mit fünf Innengeräten und Warmwasserbereiter

Warmwasserbereitung

Einer der Nachteile einer Klimaanlage zum Heizen war in der Vergangenheit, dass man die Warmwasserbereitung nicht mit abdecken konnte. Hierzu musste man zusätzlich Durchlauferhitzer oder Untertischgeräte mit niedriger Energieeffizienz anschaffen.
Mittlerweile gibt es jedoch Lösungen, die die Warmwasserbereitung komplett mit abdecken können bei bis zu 270 Liter Speichervolumen! Somit hat man die gesamte Wärmegewinnung im Haus über ein kompaktes Außengerät abgedeckt.

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